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Behandlung bei psychischen Problemen

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    Diese Therapieformen können dir helfen

    Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Du oder jemand, den du kennst, fühlt sich überfordert, traurig, wütend oder unsicher – und auch Familie oder Freunde können nicht wirklich weiterhelfen, zum Beispiel bei Depressionen, Ängsten, Essstörungen oder großen Schwierigkeiten in der Schule. In solchen Situationen kann dir eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung helfen, dich wieder besser, glücklicher und sicherer zu fühlen.

    Je nachdem, wie viel Unterstützung du brauchst, gibt es verschiedene Behandlungsformen. Hier stellen wir dir fünf Behandlungsformen vor.

    1. Ambulante Behandlung – regelmäßige Termine, trotzdem Alltag

    Wenn du zwar Probleme hast, aber deinen Alltag größtenteils gut bewältigst, kann eine ambulante Behandlung eine gute Wahl für dich sein. Du wohnst weiterhin zu Hause und gehst wie gewohnt zur Schule, zur Uni oder zu deinem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. 

    Du nimmst in der Regel einmal pro Woche an Einzel- und/oder Gruppentherapien bei einer Kinder- und Jugendlichepsychotherapeutin teil. Bei Bedarf kann die Psychotherapie auch zweimal pro Woche oder im 14-tägigen Rhythmus stattfinden. Ergänzend kann eine ambulante Behandlung bei einer Kinder- und Jugendpsychiaterin notwendig sein. Diese Termine sind jeweils meistens in einer Fachpraxis.

    Die Behandlung kann auch bei einem Psychiater oder einer Psychiaterin stattfinden. Er oder sie braucht aber eine Zusatzqualifikation, um eine Psychotherapie anbieten zu dürfen. 

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    © adobe
    2. Tagesklinik – tagsüber Therapie, abends zuhause

    Die Tagesklinik besuchst du tagsüber – wie die Schule an einem langen Unterrichtstag. Abends und am Wochenende bist du zuhause bei deiner Familie.
    Der Tagesablauf ist klar strukturiert mit Therapien, Gesprächen und Gruppenangeboten. Hier kannst du an deiner persönlichen Entwicklung arbeiten, während du dich darauf konzentrierst, dass es dir besser geht. Du gehst außerdem in eine Klinikschule, damit du die Schule nicht verpasst.

    🎯 Wichtiger Vorteil: Du bekommst gezielte Unterstützung, bleibst aber in deinem gewohnten Umfeld.

    3. Psychiatrische Institutsambulanz (PIA)

    Die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist eine spezielle Form der Hilfe, die oft an eine Klinik angeschlossen ist. Sie richtet sich an Betroffene die mehr Unterstützung brauchen als in einer normalen ambulanten Praxis, aber keine stationäre Behandlung benötigen.

    In einer PIA arbeiten Menschen mit verschiedenen Berufen aus dem Bereich Medizin, Psychologie und Psychiatrie zusammen. So bekommst du dort ein großes Angebot zur Unterstützung.

    Typisch für eine PIA:

    • Ein Team aus verschiedenen Fachleuten kümmert sich intensiv um dich.
    • Du hast Zugang zu Angeboten, die in normalen Praxen oft nicht verfügbar sind, zum Beispiel Gruppentherapien zu bestimmten Themen oder einen Notfalldienst, der dir auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten hilft.
    • Termine sind regelmäßig – je nach Bedarf auch öfter oder seltener.

    📌 Beispiel: Wenn du nach einer stationären Behandlung weiterhin Unterstützung brauchst, um wieder gut in deinen Alltag zurückzufinden, ist die PIA eine sinnvolle Möglichkeit.

    4. Stationäre Behandlung – rund um die Uhr betreut

    Wenn die Probleme sehr stark sind oder du dich selbst in Gefahr bringst, kann es für manche Kinder und Jugendliche hilfreich sein, für eine gewisse Zeit in eine Klinik zu gehen. Dort bekommst du die Unterstützung, die du brauchst, um dich Schritt für Schritt besser zu fühlen.

     

    • Du wohnst dort Tag und Nacht, wie im Krankenhaus, hast aber normalerweise die Möglichkeit, am Wochenende nach Hause zu fahren.
    • Du nimmst an Einzel- und Gruppentherapien teil und lernst Menschen kennen, denen es ähnlich geht wie dir. Du besuchst außerdem eine Schule in der Klinik.
    • Es gibt einen festen Tagesablauf mit verschiedenen Angeboten, die auf jeden Patienten angepasst sind. So bekommen alle, was sie brauchen.
    • Meist teilst du dir ein Zimmer mit einer oder auch mehreren Personen.
    • Deine Eltern oder Bezugspersonen können dich zu festen Zeiten besuchen oder anrufen.

     

    📌 Gut zu wissen: Viele Jugendliche haben Angst davor, stationär aufgenommen zu werden – aber oft fühlen sie sich auf Station schnell sicher, verstanden und nicht mehr allein.

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    5. StäB – Behandlung wie im Krankenhaus, aber zuhause

    Die stationsäquivalente Behandlung (StäB) funktioniert ähnlich wie ein Krankenhausaufenthalt – nur, dass du dafür nicht ins Krankenhaus musst. Stattdessen kommt ein Team aus Ärzten oder Ärztinnen, Therapeuten oder Therapeutinnen und Pflegekräften zu dir nach Hause, oft täglich, manchmal auch an Wochenenden oder Feiertagen.

    • Es gibt feste Zeiten für Gespräche und Übungen.
    • Deine Familie oder wichtigen Bezugspersonen werden normalerweise mit einbezogen, da dies wichtig für den Behandlungserfolg ist.
    • Du kannst deinen Alltag weiterführen, während du intensiv betreut wirst.

    🕒 Besonders hilfreich, wenn du frühzeitig Unterstützung suchst. Du hast außerdem die Möglichkeit, über einen sehr langen Zeitraum behandelt zu werden. Du kannst die Therapie auch pausieren und nach längerer Zeit wieder aufnehmen.

    💡 Wichtig: StäB ist nicht überall verfügbar und wird nur unter bestimmten Voraussetzungen angeboten. Die Dauer und Häufigkeit der Besuche hängen von deinen Bedürfnissen ab.

    6. Behandlung zu Hause

    Die Behandlung zu Hause oder Zuhausebehandlung ist ein Oberbegriff für alle Arten der Behandlung, die bei dir zu Hause stattfinden. Die oben erklärte stationsäquivalente Behandlung (StäB) ist eine Form davon, sie ist aber sehr intensiv, da sie der Behandlung während einem Klinikaufenthalt gleicht. 

    Zuhausebehandlung kann aber beispielsweise auch bedeuten, dass du nach einem Klinikaufenthalt noch für eine Zeit zu Hause begleitet wirst. Oder, dass Behandler zu dir nach Hause kommen, auch wenn sie dich nicht so intensiv betreuen wie bei StäB.

    Dieser Erklärfilm zeigt dir 3 Behandlungsformen