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Essstörungen

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    Einleitung und Erklärvideo

    Bei manchen Essstörungen nehmen Betroffene ihren Körper anders wahr, als er tatsächlich aussieht und versuchen, genau zu kontrollieren, was und wie viel sie essen. Bei anderen verlieren sie die Kontrolle über ihr Essverhalten. Dass den meisten Betroffenen nicht bewusst ist, dass sie krank sind, macht Essstörungen so gefährlich.

    Essstörungen treten bei Jugendlichen häufiger auf als in anderen Altersgruppen. Sie entwickeln sich schleichend. Um Essstörungen zu erkennen, reicht es nicht aus, auf Gewicht oder Körperform zu schauen. Auch jemand, der ein normales Gewicht hat, kann eine Essstörung haben. Die Gedanken und Verhaltensweisen rund ums Essen sind ausschlaggebend.

    Welche Arten von Essstörungen gibt es?

    Die wichtigsten Essstörungen im Kindes- und Jugendalter sind: Magersucht, Bulimie und die Essattacken ohne GegenregulationAlle haben gemeinsam: Die Betroffenen beschäftigen sich permanent mit dem Thema Essen. 

    🔹 Magersucht (Anorexia nervosa)

    Betroffene möchten ein sehr niedriges Körpergewicht erreichen. Sie hungern, um Gewicht zu verlieren und treiben exzessiv Sport. Teilweise nehmen sie auch Medikamente um abzunehmen. Selbst bei starkem Untergewicht finden sie sich zu dick. Körperliche Folgen können zum Beispiel Mangelernährung, Kreislaufprobleme und ausbleibende Periode sein.

    🔹 Bulimie (Bulimia nervosa)

    Betroffene essen bei einer Essattacke sehr viel auf einmal. Um nicht zuzunehmen, erbrechen sie danach. Manche treiben außerdem exzessiv Sport oder nehmen Abführmittel. Körperliche Folgen können zum Beispiel Zahnschäden, Elektrolytstörungen und Herzprobleme sein.

     🔹 Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)

    Die Betroffenen essen in kurzer Zeit sehr viel. Anders als bei Bulimie ergreifen sie aber keine gegenregulierenden Maßnahmen. Sie sind daher oft übergewichtig. Nach den Essattacken leiden sie unter starken Schuldgefühlen, ekeln sich vor sich selbst oder sind sehr niedergeschlagen. Körperliche Folgen können zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Gelenkprobleme sein.

    Bild
    essen
     © unsplash

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, eine Essstörung?

    Ab wann gilt ein Essverhalten als ungesund? Ein guter Hinweis ist: Wenn man meistens isst oder nicht isst, weil man sich gestresst, traurig oder zu dick fühlt. Und: Wenn sich die Gedanken ständig um Essen, um die Figur und um Gewicht drehen. 

    Das sind Symptome einer Essstörung:


    🌀 Gedanken und Gefühle bei einer Essstörung:

    • Gedanken kreisen ständig um Essen, Figur und Gewicht 
    • Angst vor Gewichtszunahme, auch wenn kein Übergewicht besteht 
    • man kontrolliert genau, was und wieviel man isst, hält Diät oder hat Essanfälle
    • man ist unzufrieden mit dem eigenen Körper

    🌿 Körperliche Anzeichen einer Essstörung

    • das Gewicht ändert sich innerhalb kurzer Zeit stark
    • Müdigkeit, Schwindel, Frieren, Haarausfall, Schwäche, Bauchschmerzen 

    🤝 Soziale Anzeichen einer Essstörung

    • man isst heimlich oder vermeidet, in Gesellschaft anderer zu essen
    • es gibt Streit um das Thema Essen mit der Familie oder Freunden
    • die Stimmung ist angespannt und niedergestimmt

    Wie wird eine Essstörung diagnostiziert?

    Der erste Schritt ist ein Termin beim Kinder- oder Hausarzt:Er stellt Fragen zu den Essgewohnheiten und dem eigenen Körperbild und untersucht, ob der Körper Anzeichen einer Essstörung zeigt. 

    💡 Viele Betroffene erkennen ihre Essstörung anfangs nicht. Wenn Personen, die dir nahestehen, sich Sorgen um dich machen, dann nimm ihre Sorgen ernst. Manchmal sieht das Umfeld Warnzeichen, die man selbst nicht bemerkt. Eine ärztliche Einschätzung kann Klarheit bringen.

    Wie wird eine Essstörung behandelt?

    Essstörungen sind behandelbar. Der erste Schritt ist, sich Hilfe zu holen. 

    Einer der wichtigsten Behandlungsbausteine ist die Wiederherstellung eines gesunden Essverhaltens.

    🧠 Psychotherapie: 

    • kann helfen, das verzerrte Körperbild und ungesunde Essmuster zu ändern 
    • kann helfen, die Ursachen der Essstörung aufzuarbeiten

    💊 Medikamente: 

    • Bei begleitenden psychischen Erkrankungen wie Depressionen können Medikamente helfen.

    🌱 Weitere Hilfen bei Essstörungen: 

    • Ernährungsberatung
    • Selbsthilfegruppen für den Austausch über Essstörungen mit anderen Betroffenen 
    • Stationäre Behandlung, wenn die Essstörung stark ausgeprägt ist

    👉 Weitere Informationen zu Essstörungen findest du bei Instagram @Curamenta

     

    Du weißt nicht weiter? – Hier findest du Hilfe!                                                                       

    Du denkst, dass du oder jemand, den du kennst, vielleicht eine Essstörung hat? Es gibt viele Möglichkeiten, Hilfe zu finden! Du kannst zum Beispiel mit einer Person sprechen, der du vertraust, und ihr von diesem Text und deinen Sorgen erzählen. Oder du wählst die Nummer gegen Kummer: 116 111. Das ist anonym und kostenlos und du kannst mit dem Menschen am anderen Ende über alles reden.

    Mehr Infos findest du hier: https://www.nummergegenkummer.de/.

    Weißt du das schon über Essstörungen?

    Das sind die drei wichtigsten Formen:
    Magersucht (Anorexia nervosa)
    Bulimie (Bulimia nervosa)
    Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)

    Die Binge-Eating-Störung tritt am häufigsten auf, gefolgt von Bulimie und Magersucht.

    Zum Beispiel durch zwanghafte Gedanken rund um die Themen Essen und Gewicht, starke Gewichtsveränderungen und heimliches Essverhalten

    Essstörungen entstehen aus verschiedenen genetischen, psychischen und gesellschaftlichen Faktoren, darunter 

    • veränderte Hormone
    • Stress
    • Leistungsdruck
    • niedriges Selbstwertgefühl
    • Sorge um Aussehen, Figur und Gewicht 
    • vorherrschende Schönheitsideale