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Trauma

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    Ein Trauma ist eine psychische Reaktion auf etwas extrem Belastendes, das man erlebt oder beobachtet hat: Zum Beispiel einen Unfall, Gewalt oder ein schwerer Verlust. Die Folge kann eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung sein. Dabei finden Körper und Psyche allein nicht mehr aus dem Notfallmodus heraus.

    Für Menschen mit Traumafolgestörung gibt es Hilfe. Mit Schwäche hat das nichts zu tun – die Symptome entstehen, weil traumatische Situationen so schlimm sind, dass die meisten Menschen psychisch auch überlastet wären.

    Welche Traumata und Belastungsstörungen gibt es?

     Akute Belastungsstörung (wird manchmal als „Nervenzusammenbruch“ bezeichnet)

    • Direkt nach einem extrem belastenden Erlebnis
    • Gefühle wie Schock, Unwirklichkeit oder völlige Leere
    • Hält meist Stunden oder Tage an

    Traumafolgestörung 

    • Langfristige Folgen nach einem Trauma
    • Einschränkungen im Alltag, z. B. in Schule, Freizeit oder Beziehungen
    • Oft verbunden mit weiteren psychischen Problemen wie Depressionen, Angst oder Sucht

    Posttraumatische Belastungsstörung (abgekürzt: PTBS)

    • Symptome treten verzögert im Verlaufe eines halben Jahres danach auf und dauern länger als vier Wochen
    • Häufige Flashbacks, bei denen man die Situation innerlich wieder durchlebt, Albträume, Vermeidungsverhalten
    • Man fühlt sich bedroht

     Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung

    • Folge von langanhaltenden oder wiederholten Traumata, z. B. Missbrauch
    • kein Vertrauen in andere Menschen, kein Gefühl von Sicherheit
    • Beziehungen und der Umgang mit Gefühlen sind schwierig

    Dies alles kann dazu führen, dass Betroffene nach einem belastenden Erlebnis Teile ihrer Erinnerungen oder sogar ihrer Persönlichkeit abspalten, einhergehend mit Gedächtnislücken bis hin zu Identitätsproblemen.
     

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, ein Trauma erlebt?

    🧠 Typische psychische Reaktionen nach einem Trauma:

    • Wiederkehrende Gedanken an das traumatische Erlebnis, auch wenn sie nicht gewollt sind
    • Flashbacks oder Albträume, in denen alles sehr lebendig wirkt
    • Vermeiden von Situationen, Orten oder Gesprächen, die an das Erlebte erinnern
    • Sich innerlich leer oder taub fühlen, wie abgeschnitten von der Welt 
    • Sehr schreckhaft und deshalb angespannt sein

    💓 Körperliche Symptome nach einem Trauma:

    • Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen 
    • Zittern, Herzrasen oder starkes Schwitzen
    • Konzentrationsprobleme oder ständige Unruhe
    • Gefühl, „neben sich zu stehen“ oder nicht richtig im Körper zu sein

    🤝 Soziale Folgen nach einem Trauma:

    • Sich von Freunden und Familie zurückziehen
    • Scham- oder Schuldgefühle
    • Leicht reizbar sein, schnell wütend werden, starke Gefühlsschwankungen 
    • Sich von anderen nicht verstanden fühlen

    Wie wird ein Trauma oder eine Belastungsstörung diagnostiziert?

    In einem Gespräch mit einem Arzt, einer Ärztin oder Trauma-Therapeuten - je früher desto besser. Denn wer nach einem Trauma schnell therapeutische Hilfe bekommt, hat ein geringeres Risiko, Traumafolgestörungen zu entwickeln.

    Dort wird gefragt:
    • Was ist passiert?
    • Seit wann gibt es psychische Beschwerden und welche?
    • Wie sehr schränken sie das Leben ein?

    Weitere Untersuchungen mit z.B. Fragebögen helfen, psychische Krankheiten zu diagnostizieren oder auszuschließen.

    Wie wird eine Traumafolgestörung behandelt?

    Bild
    gemeinsam
    © pexels

    🧠 In einer Traumatherapie geht es darum, das Erlebte zu verarbeiten und im Alltag wieder besser klarzukommen. Sie kann ambulant oder stationär, einzeln oder in Gruppen stattfinden. 

    💊 Wenn nötig, helfen dabei auch Medikamente, etwa bei Symptomen wie Schlafproblemen, starker Angst oder Depressionen. Sie werden vom Arzt ausgewählt und in der Dosierung und Dauer angepasst.

    🌱 Auch das kann helfen:
    • sich immer wieder bewusst machen, dass die Situation vorbei ist
    • mit Vertrauenspersonen über die psychischen Probleme sprechen
    • den gewohnten Tagesablauf bewusst wieder aufnehmen
    • Sport, Bewegung, Entspannungstechniken
    • Austausch mit anderen Betroffenen bei Online-Angeboten oder Selbsthilfegruppen vor Ort

    Wichtig: Hände weg von Alkohol und Drogen, um die schlimmen Gefühle zu betäuben – das Trauma verschwindet dadurch nicht, stattdessen kommen weitere Probleme hinzu.

    Weißt du das schon über Trauma?

    Das Wort kommt aus dem Griechischen von „Wunde“. Ein Trauma ist eine starke seelische Erschütterung nach einem extrem belastenden Erlebnis. Traumatische Erlebnisse können jedem passieren: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen. Junge Menschen sind oft besonders verletzlich, weil sie auf Erwachsene angewiesen sind und sich in manchen Situationen nicht gut selbst schützen können.

     

    Typisch sind Flashbacks, Albträume, Reizbarkeit, das Gefühl, ständig in Alarmbereitschaft zu sein und das Vermeiden von Orten, Menschen und Situationen, die an das traumatische Erlebnis erinnern.

    Ein Trauma kann sich durch körperliche Symptome zeigen, z. B. Muskelanspannung, Schlaflosigkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen – das Nervensystem bleibt im „Gefahrenmodus“.

    Es gibt verschiedene Unterscheidungen. Weit verbreitet ist zum Beispiel die Unterscheidung zwischen: Akuten Traumata und komplexen Traumata. Akute Traumata treten einzeln auf. Bei komplexen Traumata erfährt man wiederholte Belastungen.

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