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Suizidalität! Wenn jemand nicht mehr leben will.

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    Wenn Menschen nicht mehr leben wollen, weil ihre aktuelle Situation sich für sie ausweglos anfühlt, erscheint tot zu sein manchmal wie eine sinnvolle Alternative. Solche Gedanken zeigen, dass jemand große seelische Not hat.
    Der Fachbegriff dafür ist Suizidalität. Das bedeutet, dass jemand darüber nachdenkt, sich umzubringen oder sogar schon einen konkreten Plan dafür entwickelt hat. 

    Hinter Suizidgedanken steckt nicht immer der Wunsch, tatsächlich zu sterben – sondern der Wunsch, dass zum Beispiel der innere Schmerz aufhört. Das ist ein sehr dringender Fall für eine Therapie, denn niemand muss allein mit diesen Gedanken klarkommen.

    Das sind Anzeichen für Suizidalität
    • Rückzug: Man sagt Verabredungen ab, redet kaum noch mit Freunden, will alleine sein
    • Hoffnungslosigkeit: Die Gedanken kreisen,   man kann sich nicht vorstellen, dass man sich je wieder besser fühlt
    • Stimmungsschwankungen: sehr traurig, schnell gereizt oder ungewöhnlich ruhig
    • Desinteresse: Freunde, Hobbys oder Schule   sind plötzlich egal
    • Reden über den Tod oder „einfach nicht mehr da sein wollen“

     

    Was geht in Menschen vor, die über Suizid nachdenken?

    Menschen mit Suizidgedanken fühlen sich oft gefangen in einer Art Gedankentunnel: Sie erleben sich als Belastung für andere, sehen keinen Ausweg oder denken, es sei egal, ob es sie gibt.

    Typische Gedanken sind zum Beispiel:
    • „Ich halte das nicht mehr aus“
    • „Ich bin allen egal“
    • „Die anderen wären ohne mich besser dran“
    • „Ich hasse mein Leben“

    🎯 Wichtig zu wissen: Diese Gedanken sind nicht wahr. Auch wenn es sich gerade so anfühlt, als sei alles hoffnungslos – es gibt Hilfe und Wege heraus aus solchen Krisen.

    Was kannst du tun, wenn du selbst betroffen bist?

    Bitte bleibe mit deinen Gedanken nicht allein. Hole dir Hilfe – das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut!

    Das kannst du tun:

    • Sprich mit jemandem, dem du vertraust – z. B. mit Freundin oder Freund, Eltern, Schulsozialarbeiter*in
    • Rufe die Telefonseelsorge an: 0800 111 0111 oder 116 123 (kostenlos, anonym, rund um die Uhr)
    • Nutze den Online-Chat: www.telefonseelsorge.de
    • Schreib auf, wie es dir geht – manchmal hilft das beim Sortieren
    • Geh zu deinem Hausarzt, deiner Hausärztin oder direkt zu einer Beratungsstelle

    💡 Habe keine Angst davor, dass du erklären musst, warum du dich so fühlst. Es reicht gerade gegenüber medizinischen Profis, wenn du sagst: „Mir geht es schlecht und ich habe Gedanken, die mir nicht guttun.“  

    In diesem Video gibt es weitere Tipps: 👉  Wie spreche ich mit jemanden, um den ich mir Sorgen mache?

    Was tun, wenn jemand anderes Suizidgedanken hat?

    Sprich die Person direkt an. Zum Beispiel so:
    „Ich habe das Gefühl, dir geht’s nicht gut – magst du erzählen, was los ist?“
    „Hast du möglicherweise Gedanken, dass du nicht mehr leben willst?“

    ☝️ Keine Angst: Indem du nachfragst, bringst du niemanden auf die Idee, sich umzubringen. Viele Betroffene sind stattdessen sehr erleichtert, wenn sie darüber reden dürfen, denn Suizidialität ist psychisch extrem belastend.

    Das hilft:

    • Zuhören, ohne zu bewerten
    • Keine Ratschläge geben („Du musst doch nur mal…“), sondern
    • Hilfe vermitteln: z. B. gemeinsam zur Beratungsstelle gehen
    • Zeigen, dass du da bist – aber auch deine eigenen Grenzen kennen
    • Hol dir selbst Unterstützung, wenn es dir damit schlecht geht

    Bitte achte gut auf dich: Du kannst da sein, zuhören und Hilfe holen – aber du musst nicht alles tragen. Denn du trägst nicht die Verantwortung dafür, was jemand anderes tut.

    Und wenn sich jemand wirklich umbringt, ist das nicht deine Schuld.

    Wenn sich jemand dir anvertraut und zugibt, nicht mehr leben zu wollen oder sich umbringen zu wollen, belastet das sehr. Um dir selbst die Last abzunehmen, solltest du:

    • Mit jemandem sprechen, dem du vertraust – z. B. Freundin oder Freund, Eltern, Schulsozialarbeit
    • Die Telefonseelsorge anrufen: 0800 111 0111 oder 116 123  (kostenlos, anonym, rund um die Uhr)
    • Den Online-Chat nutzen: www.telefonseelsorge.de
    • Aufschreiben, wie es dir geht – manchmal hilft das beim Sortieren
    • Zu deinem Hausarzt, deiner Hausärztin oder direkt zu einer Beratungsstelle gehen

    Kann man Suizidalität behandeln?

    Ja, und dabei ist wichtig zu wissen: Suizidgedanken sind keine Krankheit, sondern treten in emotional überfordernden Situationen und bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen auf. Eine Therapie bietet den sicheren Rahmen dafür, die Ursachen zu verstehen und das Leben wieder als lebenswert zu empfinden. Auch Medikamente können dabei unterstützen, wenn die seelische Belastung sehr groß ist. Darüber entscheidet der Arzt oder die Ärztin.

    Therapie hilft:
    • Depressive Gedanken zu erkennen
    • Neue Strategien gegen innere Not zu lernen
    • Hoffnung zurückzugewinnen
    • Aus der inneren Einsamkeit herauszufinden

    Weißt du das schon über Suizidalität?

    Nicht immer, aber häufig. Auch andere Belastungen, die Borderline-Persönlichkeitsstörung oder die Essstörungen z.B. können mit Suizidgedanken einhergehen.

    Darüber reden – mit vertrauten Menschen, oder bei anonymen Hilfsangeboten wie der Telefonseelsorge.Außerdem wichtig: Wer Suizidgedanken hat, braucht dringend therapeutische Unterstützung.

    Manchmal ja, das kommt sehr auf die Situation an. In den meisten Fällen ist der Wunsch zu sterben vorübergehend und bedeutet eher, dass jemand einfach keinen Ausweg mehr sieht. Wenn man darüber spricht, therapeutische Hilfe bekommt und dadurch einen Ausweg erkennt, kehrt bei vielen der Lebensmut zurück.

    Wie kann ich anderen helfen?

    Sozialer Rückzug, Hoffnungslosigkeit, das Gefühl, eine Last zu sein, auch das Verschenken von persönlichen Dingen. Das Schreiben von Abschiedsbriefen ist ein Hinweis.