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Schizophrenie und psychotische Störungen

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    Was sind psychotische Störungen?

    Psychotische Störungen gehören zu den schwereren psychischen Erkrankungen. Sie beeinflussen, wie Menschen denken, fühlen und die Welt um sich herum wahrnehmen. Besonders belastend: Die Betroffenen erkennen nicht, dass ihre Wahrnehmung gestört ist. Alles wirkt für sie völlig real.

    📌 Mögliche Symptome: 

    • Halluzinationen, z. B. Stimmen hören oder Geister sehen
    • Wahnvorstellungen, etwa Verfolgungswahn
    • Denk- und Gefühlsstörungen

     

    Die chronische Form dieser Erkrankung ist die Schizophrenie. Über diese psychotische Störung kursieren viele Falschaussagen. Die Bezeichnung „gespaltene Seele“ trägt dazu leider bei, denn sie ist nicht sehr treffend gewählt: Schizophrenie hat nichts mit einer gespaltenen Persönlichkeit und nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun. Es ist eine psychische Erkrankung, die in verschiedenen Ausprägungen auftreten kann. Schizophrenie als chronische Verlaufsform ist nicht heilbar, aber behandelbar.

    Viele psychotische Störungen treten zum ersten Mal in der Jugend auf. Die bekannteste Form ist die Schizophrenie.

     


     

    Was ist Schizophrenie?

    Schizophrenie ist eine chronische psychische Erkrankung, die sich über längere Zeit entwickelt. Die Symptome treten meist schubweise auf und sind Ausdruck eines eingetretenen chemischen Ungleichgewichts der Hirnbotenstoffe. Psychotherapie und Medikamente können helfen, den Alltag zu stabilisieren.

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, eine Schizophrenie?

    👀 Typische Symptome können sein: 

    • Rückzug von Freund*innen und Familie
    • Stimmungsschwankungen oder emotionale Leere
    • das Gefühl, andere könnten die eigenen Gedanken lesen
    • Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht da sind (Halluzinationen)
    • das Gefühl, verfolgt oder gesteuert zu werden (Wahnvorstellungen)
    • Schwierigkeiten beim klaren Denken oder beim Ausdrücken von Gedanken

    Nach einem akuten Schub fühlen viele Betroffene sich innerlich leer, motivationslos und antriebslos, manche bekommen Depressionen.

    Wie wird Schizophrenie diagnostiziert?

    Eine Diagnose ist nicht einfach, denn es gibt keinen einzelnen Test für Schizophrenie. Ärzte schauen sich deshalb die Entwicklung der Symptome über längere Zeit an. Wichtig ist, körperliche oder andere psychische Ursachen auszuschließen.


    Dabei wird untersucht:

    • Dauer, Art und Häufigkeit der Symptome
    • Familiäre Vorbelastung
    • Möglicher Einfluss von Medikamenten oder Drogen
    • Andere Erkrankungen (z. B. Stoffwechselstörungen, Hirnerkrankungen)

    Auch die Psychosomatik spielt eine Rolle: Der Körper reagiert oft auf die psychische Belastung, zum Beispiel mit Kopf- oder Bauchschmerzen. 

    🎧 Podcast-Tipp

     Danke, gut – Kerem Böge über Schizophrenie und PsychosenIm Cosmo-Podcast „Danke, gut“ trifft Miriam Davoudvandi für die Folge Betroffene und Angehörige sowie mit den Psychologen Kerem Böge.

     👉 Hier kannst du die Podcast-Folge zu Schizophrenie und Psychosen hören

    Wie wird Schizophrenie behandelt?

    Schizophrenie ist nicht heilbar. Die Symptome lassen sich bei vielen Betroffenen aber lindern, damit sie ihren Alltag besser bewältigen können.

    💊 Medikamente: 

    • Antipsychotika reduzieren Angstzustände, Halluzinationen und Wahnvorstellungen
    • Sie helfen, akute Schübe zu stoppen und Rückfälle zu verhindern
    • Dazu können manchmal weitere Medikamente kommen, zum Beispiel bei Depressionen

    🧠 Psychotherapie: 

    • Unterstützt beim Umgang mit der Erkrankung
    • Fördert die soziale Entwicklung und stärkt das Selbstwertgefühl
    • Auch Eltern und Geschwistern kann psychologische Beratung helfen

    Menschen mit Schizophrenie wollen sich häufig nicht behandeln lassen – weil sie nicht merken, dass sie krank sind. Sie denken deshalb, dass sie keine Hilfe brauchen. Außerdem haben viele Angst, abgestempelt zu werden, wenn andere von ihrer psychischen Erkrankung erfahren, es ist ihnen peinlich und sie schämen sich.

    Weißt du das schon über Schizophrenie?

    Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch: Schlafprobleme, Rückzug, Stimmungsschwankungen. Später kommen Symptome wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen dazu.

    Sie wirken oft „anders“: Sie ziehen sich zurück, zeigen seltsames Verhalten oder reden verwirrend. Typisch sind Halluzinationen, gestörtes Denken und emotionale Distanz. Cannabiskonsum erhöht das Risiko für psychotische Störungen wie Schizophrenie – besonders, wenn man schon sehr jung damit anfängt. Forschende vermuten, dass die Droge das Gehirn in einer empfindlichen Entwicklungsphase negativ beeinflussen kann.

    Neben der Schizophrenie gibt es noch weitere psychotische Störungen, bei denen Menschen den Bezug zur Wirklichkeit verlieren. Sie nehmen Dinge anders wahr oder erleben Gefühle, die nicht zur Situation passen. Diese Veränderungen entstehen nicht durch ein bestimmtes Erlebnis, sondern meist durch ein Zusammenspiel verschiedener innerer Faktoren – also ohne erkennbaren Auslöser. 

    Unter anderem das Hören von Stimmen, starker Verfolgungswahn oder das Gefühl, fremdgesteuert zu sein. 

    Typisch ist außerdem, dass Menschen mit psychotischen Störungen ihre Wahrnehmung für die Realität halten und deshalb fest davon überzeugt sind, dass sie gar nicht krank sind, selbst wenn ihre Gedanken für Außenstehende völlig unverständlich wirken.