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Sucht und Abhängigkeit

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    Wer süchtig ist, verliert die Kontrolle: Betroffene können nicht einfach aufhören, selbst wenn sie es wollen. Denn die Sucht hat das Belohnungssystem im Gehirn aus dem Takt gebracht.

    Eine Sucht ist oft auch sehr gefährlich:

    • Wer beispielsweise viel raucht, erhöht sein Risiko, an Krebs zu erkranken.
    • Wer von einem bestimmten Stoff, beispielsweise Kokain, zu viel auf einmal einnimmt (Überdosis), kann daran sterben.
    • Manche Stoffe können auch eine Psychose auslösen. Dazu zählen Alkohol, Cannabis, Kokain, aber auch einige andere Drogen und Medikamente. Bei einer Psychose hat man zum Beispiel Sinnestäuschungen (Halluzinationen). Man sieht dann Dinge, die gar nicht da sind.

    Woran erkennt man Abhängigkeit?

    Ein Mensch ist abhängig, wenn er das Gefühl hat, ohne eine bestimmte Substanz oder ein Verhalten nicht leben zu können. Dabei unterscheidet man:

    • 🧠 Psychische Abhängigkeit:

      Der starke Drang, etwas immer wieder zu tun – zum Beispiel Drogen konsumieren oder Alkohol trinken. Das Gehirn hat sich an die Belohnung gewöhnt und will sie wieder erleben.

    • 🍺 Körperliche Abhängigkeit:

      Der Körper braucht eine Substanz, um normal zu funktionieren. Ohne sie kommt es zu Entzugserscheinungen wie Zittern und Übelkeit.

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, eine Suchterkrankung?

    🧠 Psychische Anzeichen:
    • Starker Drang (Craving), eine bestimmte Substanz zu konsumieren oder ein Verhalten zu wiederholen
    • Keine Kontrolle darüber, wie oft oder wie viel konsumiert wird
    • Reizbarkeit oder Unruhe, wenn der Konsum eingeschränkt wird
    • die eigene Abhängigkeit wird heruntergespielt („Ich könnte jederzeit mit Alkohol aufhören“)
    💓 Körperliche Anzeichen:
    • Entzugserscheinungen wie Zittern, Kopfschmerzen oder Unruhe
    • Toleranzentwicklung – man braucht immer mehr für den gleichen Effekt
    • Ernährung, Schlaf, Hygiene oder Beziehungen werden vernachlässigt
    🗣 Soziale Folgen:
    • Familie und Freunde werden vernachlässigt
    • Probleme, sich auf Schule oder Ausbildung zu konzentrieren
    • Finanzielle Schwierigkeiten, weil viel Geld für Suchtmittel draufgeht
    • Immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit fließt in die Beschaffung des Suchtmittels

    Welche Arten von Sucht gibt es?

    Stoffgebundene Süchte

    Hier geht es um den Konsum von Stoffen, die das Bewusstsein verändern oder das Gehirn beeinflussen. Dazu gehören:

    • Legale Drogen: Alkohol (Bier, Wein und Sekt ab 16; andere alkoholische Getränke ab 18), Nikotin (ab 18), Cannabis (ab 18), Medikamente
    • Illegale Drogen: Kokain, Heroin, Amphetamine (Speed oder Pep), Methamphetamin (Crystal Meth), LSD und andere
     
    Nicht-stoffgebundene Süchte (Verhaltenssüchte)

    Auch Verhaltensweisen können außer Kontrolle geraten. Beispiele sind:

    • Spielsucht (bspw. Glücksspiel) bzw. Gaming-Sucht (nach Computerspielen)
    • Internetsucht / Social-Media-Sucht
    • Kaufsucht
    • Sportsucht

    Wie wird Sucht festgestellt / diagnostiziert?

    Ein Arzt / eine Ärztin oder ein Psychologe / eine Psychologin  kann feststellen, ob jemand eine Sucht hat – selbst wenn der suchtkranke Mensch es sich selbst nicht eingestehen kann und eigentlich wegen eines anderen Problems medizinische Hilfe sucht. 🚑

    • Gespräche: Welche Substanzen oder Verhaltensweisen spielen eine Rolle? Wie oft wird konsumiert? Gibt es körperliche oder psychische Probleme? Werden andere Dinge im Leben vernachlässigt? Mit diesen und anderen Fragen kann herausgefunden werden, ob man süchtig ist.
    • Körperliche Untersuchungen: Bei substanzgebundener Sucht zeigen Blut- und Urintests, was konsumiert wird.

    Viele Betroffene suchen erst Hilfe, wenn die Sucht ihr Leben stark einschränkt. Je früher eine Sucht festgestellt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.

    Wie kann Sucht behandelt werden?

    Eine Behandlung kann erst starten, wenn sich die suchtkranke Person eingesteht, dass sie abhängig ist – auch wenn es schwerfällt oder er oder sie sich dafür schämt.

    Nach dem körperlichen Entzug in einer Klinik kann eine Langzeit-Entwöhnungsbehandlung folgen. Dabei geht es darum, wieder ohne das Suchtmittel zu leben. Meistens wird man dann aber erstmal zu einer speziellen Beratungsstelle geschickt.
     

    Therapieformen:
    • Kognitive Verhaltenstherapie: Betroffene lernen, welche Gedanken und Situationen ihre Sucht verstärken – und was sie dagegen tun können.
    • Gruppentherapie & Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen kann motivieren und helfen, die Sucht zu verstehen.
    • Mit bestimmten Medikamenten kann es leichter sein, von der Sucht loszukommen. Das ist vor allem in der Phase des Entzugs nötig, um Entzugserscheinungen oder das Verlangen nach Substanzen zu lindern.

    Du denkst, dass du vielleicht süchtig bist oder wirst? Oder dass jemand, der dir nah steht, süchtig ist?  Keine Angst, es gibt viele Möglichkeiten, Hilfe zu finden! Du kannst zum Beispiel mit einer Person sprechen, der du vertraust und ihr von diesem Text und deinen Sorgen erzählen. Oder du wählst die Nummer gegen Kummer: 116 111. Das ist anonym und kostenlos und du kannst mit dem Menschen am anderen Ende über alles reden. Mehr Infos findest du hier: https://www.nummergegenkummer.de/

    👉 Weitere Informationen zu Sucht findest du bei Instagram @Curamenta

     

    Weißt du das schon über Sucht und Abhängigkeit?

    Sucht ist eine Krankheit, bei der jemand die Kontrolle über sein Verhalten oder den Konsum verliert. Abhängigkeit bedeutet, dass der Körper oder die Psyche eine Substanz oder ein Verhalten braucht.

    • Experimentieren: Gelegenheitskonsum, noch keine Abhängigkeit
    • Gewöhnung: Konsum wird regelmäßiger
    • Missbrauch: Negative Folgen treten auf, aber der Konsum geht weiter
    • Abhängigkeit: Der Konsum bestimmt das Leben

    Manche Modelle unterscheiden auch fünf Phasen. Die Weltgesundheitsorganisation listet elf Kriterien auf, um einzuordnen, wie abhängig eine Person ist.

    Einige Menschen haben ein höheres Risiko, abhängig zu werden, zum Beispiel weil sie leicht Stress empfinden, belastende Erfahrungen gemacht oder psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen haben. Das macht es wahrscheinlicher, dass sie beispielsweise zu einem Suchtmittel greifen, um sich zu entspannen, abzulenken oder ein gutes Gefühl zu bekommen. Auch die Gene und das Umfeld spielen eine Rolle: Wer zum Beispiel in einer Familie mit Suchtproblemen aufwächst, ist anfälliger.

    Häufig beginnt der Weg in eine Sucht damit, dass man sich entspannen, ablenken oder ein gutes Gefühl haben möchte – zum Beispiel durch Alkohol oder exzessives Verhalten wie zum Beispiel, dass man extrem viel Zeit mit Computerspielen oder Sport verbringt. Wenn das Gehirn lernt, dass diese Substanz oder Handlung „hilft“, entsteht eine Gewohnheit, aus der Abhängigkeit werden kann.