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Wie helfe ich anderen?

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    Was heißt „psychisch krank“ eigentlich?

    Es gibt Unterschiede zwischen „mir geht’s schlecht“ und einer psychischen Krankheit: 

    😓 Schlechte Phasen haben alle Menschen mal – zum Beispiel nach Stress, Streit, Liebeskummer oder wenn einfach alles zu viel wird. Solche Gefühle wie Traurigkeit, Wut oder Angst sind normal und gehen nach einiger Zeit wieder vorbei. 

    🧠 Psychische Krankheiten sind mehr als nur ein paar schlechte Tage. Die schweren Gefühle oder Probleme bleiben über Wochen oder Monate und haben starke Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen: Sie beeinflussen und verändern dauerhaft den Alltag, zum Beispiel weil man nicht mehr schlafen, lernen oder sich mit anderen treffen kann. Die Symptome verschwinden nicht mehr von selbst. Deshalb braucht man professionelle Hilfe.  

    Wichtig: 
    Ob jemand „krank“ ist, können nur Fachleute wie Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen oder Ärzte und Ärztinnen herausfinden. Versuche deshalb nicht, selbst eine Diagnose zu stellen. Das ist nicht deine Aufgabe, und auch nicht nötig, um zu helfen. 

    Für dich zählt vor allem: Wenn sich dir jemand anvertraut, ist es ja erstmal egal, wie man das nennt. Es geht darum, zuzuhören und da zu sein, egal, ob es „nur“ eine schwere Phase ist oder eine psychische Krankheit dahintersteckt. 

    So kannst du helfen, wenn dir jemand psychische Probleme anvertraut

    Höre zu, aber gib keine ungefragten Tipps
    • Lass die Person erzählen, ohne sie zu unterbrechen
    • Zeig Verständnis und verzichte auf gut gemeinte Ratschläge, sag lieber etwas wie: „Das klingt echt schwer. Ich höre dir zu.“
    • Teile nicht ungefragt eigene Situationen, in denen es dir ähnlich ging – jetzt geht es um die andere Person
    • Du kannst nachfragen, ob die Person Tipps von dir haben möchte 
    Hilfe anbieten – wenn du sie leisten kannst  
    • Frag, ob die Person schon mit jemandem (z. B. Eltern, Vertrauenslehrern) gesprochen hat
    • Biete an, gemeinsam Hilfe zu suchen:
    • Schulsozialarbeit
    • Jugendamt, Beratungsstellen
    • Sozialpsychiatrischer Krisendienst eurer Stadt oder Region
    • Bleib geduldig, auch wenn die Person erstmal keine Hilfe will  
    Bitte kenne deine eigenen Grenzen  

    Andere Menschen psychisch leiden zu sehen, kann sich auch für dich selbst sehr schwer anfühlen. Bitte vergiss nicht: 

    • Du kannst helfen, aber du bist nicht verantwortlich dafür, dass es besser wird
    • Du musst nicht immer erreichbar sein
    • Du darfst „Nein“ sagen, wenn es dir zu viel wird
    • Du kannst dich selbst unterstützen lassen, z. B. von Eltern oder Beratungsstellen
    • Du musst keine Geheimnisse für dich bewahren, auch wenn die Person dich darum bittet. Denn Menschen, die akute psychische Krisen durchmachen, können zum Teil nicht gut einschätzen, ob professionelle Hilfe nötig ist. 

    Was tun in akuten Krisen?

    Zum Beispiel bei Suizidgedanken oder Selbstverletzung: 

    Was hilft noch?

    • 👫 Gemeinsame Aktivitäten: Spazieren, Musik hören, Sport, …
    • 🔁 Regelmäßig nachfragen, wie es der Person gerade geht
    • 🙅‍♀️ Nicht aufdrängen: Die Person entscheidet selbst, wann sie Hilfe annimmt
    • 💌 Eigene Gefühle sortieren: Rede mit anderen über das, was dich belastet 

     

    📞 Anonyme Hilfsangebote zum Reden für Jugendliche (kostenlos, rund um die Uhr) 

    • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111
    • Nummer gegen Kummer: 116 111
    • Online-Chat: krisenchat.de       

    Weißt du das schon über Situationen, in denen sich dir jemand mit psychischen Problemen anvertraut?

    Hör zu, ohne zu urteilen, und nimm die Gefühle der Person ernst. Frag, wie du unterstützen kannst, und biete an, gemeinsam Hilfe zu suchen. Du musst keine Lösungen haben. Da sein und dranbleiben hilft oft schon sehr. Bei ernsten Problemen wie Suizidgedanken: Sofort Erwachsene oder den Notruf einschalten! 
     

     

    Warnzeichen sind z.B. Rückzug, starke Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme, Selbstverletzung oder auffällige Veränderungen im Verhalten. Ob jemand psychisch krank ist, kann aber nur ein Psychotherapeut / eine Psychotherapeutin oder ein Arzt / eine Ärztin sicher diagnostizieren. 

     

    Am wichtigsten ist professionelle Hilfe. Außerdem helfen Gespräche mit vertrauten Menschen, Bewegung, ausreichend Schlaf und feste Routinen. 

    Dann kannst du sie nicht zwingen. Bleib dran, zeig Verständnis und hol dir selbst Unterstützung, wenn du unsicher bist.