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Zwangsstörungen

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    Eine Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der bestimmte Denkmuster oder Verhaltensweisen zwanghaft ablaufen. Obwohl Menschen mit Zwängen wissen, dass diese Gedanken oder Rituale übertrieben oder sinnlos sind, fühlen sie sich dagegen machtlos und leiden darunter. Mit der Zeit werden die Gedanken und Handlungen stärker bzw. weiten sich aus. Zwangsstörungen sind sehr belastend. Sie verschwinden nicht von allein wieder.

    Viele Menschen mit Zwängen schämen sich deswegen und suchen deshalb erst spät oder gar keine Hilfe. Dabei sind Zwangsstörungen mit Psychotherapie gut behandelbar.

    Welche Formen von Zwangsstörungen gibt es?

    Zwangsgedanken 

    • Aufdringliche Gedanken, die sich ständig wiederholen 
    • Oft mit ängstigenden, aggressiven oder unangemessenen Inhalten 
    • Lösen starke Unsicherheit oder Ekel aus

    Zwangshandlungen 

    • Immer gleiche Rituale, z. B. Händewaschen, Kontrollieren, Zählen
    • Dienen dazu, Unruhe oder Angst zu lindern 
    • Werden auch dann ausgeführt, wenn sie den Alltag stark einschränken

     Mischformen beider Zwänge

    • Bei vielen Menschen treten Zwangsgedanken und -handlungen zusammen auf 
    • Beispiel: Angst, andere zu verletzen → ständiges Prüfen, ob niemandem geschadet wurde

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, eine Zwangsstörung?

    🧠 Typische Merkmale: 

    • Wiederholte Gedanken oder Bilder, die beunruhigen oder verunsichern 
    • Ständiges Kontrollieren, Reinigen, Ordnen, Zählen, …
    • Große Anspannung, wenn man den Zwängen nicht nachgeht
    • Die Rituale oder Gedanken nehmen viel Zeit im Alltag ein und rauben Energie
    • Das Verhalten fühlt sich nicht freiwillig an, man leidet darunter und schämt sich
     • Versuche, die Zwänge zu unterdrücken, scheitern

    💔 Mögliche Folgen: 

    • Erschöpfung, weil die Zwänge viel Energie kosten 
    • Konzentrationsprobleme in Schule oder Freizeit 
    • Rückzug aus dem sozialen Umfeld, Vermeiden aller Situationen, in denen die Zwänge auffallen
    • Probleme, den Alltag zu bewältigen, zum Beispiel weil die Zwänge viel Zeit einnehmen

    👉 Weitere Informationen zu Zwangsstörungen und zu passender Psychotherapie findest du bei Instagram @Curamenta

    Wie wird eine Zwangserkrankung diagnostiziert?

    Als Zwangsstörung gelten Gedanken oder Handlungen, die über mindestens zwei Wochen hinweg fast täglich auftreten – und so stark belasten, dass sie den Alltag stören.

    ‍Der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung ist ein Gespräch mit einem Arzt, einer Ärztin, einem Therapeuten oder einer Therapeutin. Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen: 

    • Welche Gedanken oder Verhaltensweisen treten auf? 
    • Wie oft, wie lange und wie stark? 
    • Seit wann besteht das Problem? 

    Wie wird eine Zwangsstörung behandelt? 

    Die gute Nachricht: Zwangsstörungen lassen sich gut mit Psychotherapie behandeln. Selbst wenn sie nicht komplett verschwinden, gelingt es durch die Psychotherapie, das Leben der Menschen mit Zwangserkrankung deutlich zu erleichtern, damit die Zwänge das Leben nicht mehr bestimmen. 

    🧡 Psychotherapie:

    In der kognitiven Verhaltenstherapie lernen Betroffene, Zwangsgedanken zu hinterfragen und auf Rituale zu verzichten. Auch die Konfrontation – also sich der Angst zu stellen – ist Teil der Therapie.

    💊 Medikamente:

    In manchen Fällen helfen z.B. Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva. Diese wirken auf den Botenstoff Serotonin, der bei Zwangsstörungen oft aus dem Gleichgewicht geraten ist.

    🌿 Auch das kann bei Zwängen helfen:

    • Entspannungstechniken lernen – denn Zwangshandlungen dienen der Beruhigung  
    • Sich nahestehenden Menschen anvertrauen
    • Austausch in Selbsthilfegruppen oder Online-Communities

                                                      

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    zusammen
    Foto © adobe

     

    Weißt du das schon über Zwangsstörungen?

    Trigger sind meist Situationen, die Unsicherheit oder Angst auslösen, z. B. Keime, Verantwortung oder Konflikte. Auch Stress, Druck oder Veränderungen können Auslöser sein.

    Genetische Faktoren, eine veränderte Botenstoff-Verarbeitung im Gehirn und bestimmte Erfahrungen in der Kindheit können eine Rolle spielen. Oft wirken mehrere Dinge zusammen. Zwangserkrankungen entwickeln sich schleichend und nehmen nach und nach immer mehr Zeit ein.

    Zwangsstörungen beginnen häufig im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Viele Betroffene berichten, dass die ersten Symptome zwischen dem 14. und 20. Lebensjahr aufgetreten sind.

    Zwangsstörungen müssen ernst genommen werden. Wer sich Hilfe holt, hat gute Chancen, die Zwänge in den Griff zu bekommen. Besonders gut hilft die kognitive Verhaltenstherapie. 

     

    Bei den Zwangshandlungen treten zum Beispiel Wasch-, Kontroll-, Zähl- und Ordnungszwänge häufig auf. Verbreitete Zwangsgedanken sind zum Beispiel die Angst vor Krankheiten und Bakterien oder die Angst davor, sich unangebracht zu verhalten.

     

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