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Lernschwäche

Lesezeit: ca. 5 Min
Inhaltsverzeichnis

    Einleitung

    Lernschwächen haben nichts mit der Intelligenz einer Person zu tun. Es gibt viele Beispiele davon auch unter bekannten Menschen, auch sagt eine Lernschwäche nichts über den IQ eines Menschen aus. Der Physiker Albert Einstein zum Beispiel, IQ schätzungsweise zwischen 160 und 180, gilt als einer der schlausten Menschen überhaupt – und war Legastheniker.

    Was genau sind Lernschwächen wie LRS und Dyskalkulie?

    LRS (auch: Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung)

    Wer LRS hat, dem fällt Lesen und/oder Schreiben schwerer als anderen. Das kann zum Beispiel heißen, dass Buchstaben verwechselt werden, man langsamer liest und Gelesenes schwer verstehen kann. 

    Wenn du keine LRS hast, aber gern wissen würdest, wie sie sich anfühlt, kannst du dir hier die Schrift „Dyslexia Font“ anschauen. Sie wurde von einem Designer mit LRS entwickelt, um zu zeigen, wie es ist, mit LRS einen Text zu lesen.
    Schrift anschauen

    Dyskalkulie (auch: Rechenschwäche)

    Bei einer Rechenschwäche geraten Zahlen und Rechenwege oft durcheinander und das Verständnis für Mengen und Zusammenhänge fehlt. Auch hier gilt: Das ist keine Frage der Intelligenz.

     

    Doku-Tipps: Hier erzählen Menschen mit Lernschwächen aus ihrem Leben

    Legasthenie-Hürde in der Schule: Pia hat Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS).
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    Zu dumm für die Schule? Sina hat es allen gezeigt und macht heute Abitur.
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    Was hilft bei Lernschwächen: Gelassen durch den Schulalltag kommen

    Lernschwächen begleiten betroffene Personen durch die gesamte Schulzeit. Aber es gibt Hilfe und Unterstützung, durch die der Schulalltag leichter und das Selbstbewusstsein größer wird. 

    Hilfe in der Schule bei Lernschwächen

    Es kann weiterhelfen herauszufinden, welcher Lerntyp man ist, denn mit daran angepassten Lernstrategien kommt man besser durch den Schulalltag. 

    ⚖️ Nachteilsausgleich in Anspruch nehmen: Bei diagnostizierter Lernschwäche steht dir spezielle Unterstützung zu – zum Beispiel mehr Zeit in Prüfungen, weniger Aufgaben, mündliche statt schriftlicher Tests oder die Möglichkeit, Hilfsmittel zu nutzen.

    📱 Digitale Tools nutzen: Es gibt Apps und Programme speziell für Menschen mit Lernschwächen, die beim Schreiben, Lesen oder Rechnen unterstützen.

    🗂️ Struktur schaffen: Klare Abläufe, Checklisten oder Lernpläne können helfen, den Überblick zu behalten.

    🤝 Unterstützung suchen: Manche Betroffene machen eine Lerntherapie, anderen hilft der Austausch mit der Vertrauenslehrerin oder dem Vertrauenslehrer. Auch der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie bietet Rückhalt

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    Lernschwächen
    Foto © adobe
    Hilfe fürs Mindset bei Lernschwächen

    Mit Lernschwächen können psychische Probleme einhergehen: Unsicherheit, Stress und Druck, Minderwertigkeitsgefühle, Scham. 

    🔄 Eine Sache der Perspektive: Menschen mit Lernschwächen haben es in der Schule schwerer, müssen sich mehr anstrengen, um die gleichen Ergebnisse wie andere zu erreichen. Aber sie haben auch Grund, stolz zu sein: Es ist total bewundernswert, was man jeden Tag schafft – auch wenn es für die meisten anderen unsichtbar geschieht. Und verständlich, dass der Kopf davon öfter eine Pause braucht.

    💪 Die Schwäche nicht so wichtig nehmen wie die Stärken: Im Schulsystem liegt die Aufmerksamkeit leider oft viel auf der Lernschwäche. Der eigene Fokus aber lässt sich ändern: Umso wichtiger, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, sie nicht nur zu kennen, sondern auch auszuleben.

     

    Hier bekommst du Hilfe, wenn es dir psychisch nicht gut geht
    Vertrauenslehrkraft, Hausarzt
    Beratungsstellen (z. B. Jugendamt, Nummer gegen Kummer: 116 111)
    Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (kostenlos & anonym, rund um die Uhr)

    Woher kommt das: Ursachen von Lese-Rechtschreibschwäche und Rechenschwäche

    Wissenschaftlich ist bisher nicht eindeutig erklärt, wodurch und wie Lernschwächen entstehen. Es gilt als sicher, dass sie zum Teil vererbt werden, deshalb treten Lernschwächen in Familien gehäuft auf. Das kann sogar hilfreich und tröstlich sein, denn so fühlt man sich weniger allein, kann sich im vertrauten Rahmen austauschen und weiß, dass es Menschen gibt, die nachfühlen können, wie sich die Probleme anfühlen.

    Untersuchungen zu Legasthenie und Dyskalkulie zeigen, dass bei den Betroffenen bestimmte Gehirnregionen anders funktionieren, nämlich die, die für die Verarbeitung von Sprache bzw. räumlicher Wahrnehmung zuständig sind. 

     

    💡 Lernschwäche, Lernstörung, Lernbehinderung – was denn nun?
    Die Begriffe werden zum Teil so verwendet als würden sie das Gleiche bedeuten, tun sie aber nicht.
     
    Menschen mit Lernschwächen wie LRS und Dyskalkulie haben keinen geringeren IQ als andere.
    Lernstörung bedeutet, dass Menschen Probleme in ihren schulischen Leistungen haben, obwohl sie aufgrund ihres IQs prinzipiell bessere Ergebnisse erwarten könnten.