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ADHS

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    Was bedeutet ADHS und ADS

    ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung) und ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) sind Stoffwechselstörungen des Gehirns. Ungefähr 5 % aller Kinder und Jugendlichen sind betroffen. Die Störung beginnt bereits im Kindesalter vor dem siebten Lebensjahr. AD(H)S beeinflusst die Konzentration und das Verhalten.

    Doch was genau bedeutet das? 


     Es gibt unterschiedliche Typen der ADHS/ADS: 
    • Bei Mädchen zeigt sich die Störung häufig eher darin, dass sie verträumt sind.
    • Bei Jungen zeigt sich die Störung häufig darin, dass sie hyperaktiv sind.

     

    Erfahre mehr über die ADHS-Typen im Curamenta-Storyhighlight auf Instagram

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, ADHS / ADS?

    Wer unruhig, chaotisch oder verträumt ist, hat nicht automatisch AD(H)S. Wenn die Symptome länger und in mehreren Bereichen des Lebens auftreten (zum Beispiel in der Schule und mit Freunden), könnte es sinnvoll sein, darüber mit einem Experten oder einer Expertin zu sprechen. Experten dafür sind Kinder- und Jugendpsychiater, die sich auf AD(H)S spezialisiert haben. Sie können beurteilen, ob jemand ADHS oder ADS hat. 


    Das sind bei Kindern und Jugendlichen typische Symptome:
     
    🧠 Unaufmerksamkeit und Unruhe:
    • sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu konzentrieren oder sie zu beenden, fällt schwer
    • die Umgebung oder die eigenen Gedanken lenken leicht ab
    • Oft vergisst man ToDos oder Termine
    • Man fühlt sich innerlich oft unruhig
    • Stress auszuhalten ist verdammt schwer
       
    🚀 Hyperaktivität (bei ADHS):
    • herumrennen, klettern, mit etwas herumspielen – der Bewegungsdrang ist groß
    • ruhig sitzen oder entspannt bleiben? Echt schwer!
    • Mit anderen reden, ohne sie zu unterbrechen? Auch echt schwer!
       
    Impulsivität:
    • erst denken, dann tun? – Häufig läuft es andersrum…
    • die eigenen Emotionen und Gedanken lassen sich nur schwer einfangen
    • die Stimmung kann sich sehr schnell und sehr oft ändern, manchmal wird es dann laut

    👫 Wer ist betroffen?
    Etwa 5 % aller Kinder und Jugendlichen, Jungen häufiger als Mädchen. Außerdem wird ADHS / ADS manchmal bei Mädchen nicht (richtig) diagnostiziert, zum Beispiel, weil es sich bei ihnen anders zeigt als bei Jungen und oft unauffälliger ist.

    Bild
    ADHS
    © Unsplash

    Wie stellt ein Arzt ADHS fest?

    • Ein Arzt oder eine Ärztin spricht mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen und auch mit den Eltern über Symptome und den bisherigen Alltag.
    • Dabei helfen spezielle Fragebögen, das Verhalten einzuschätzen. 
      Außerdem helfen Konzentrationstests und andere psychologische Untersuchungen, ein umfassendes Bild zu bekommen.

    Wie wird ADHS bei Kinder und Jugendlichen behandelt?

    Das hängt auch davon ab, wie stark jemand davon beeinträchtigt wird oder darunter leidet. 
    • Psychotherapie: Verhaltenstherapeutische Strategien helfen, besser mit den Symptomen umzugehen. Dabei lernt man z. B., sich besser zu konzentrieren und mit Stress umzugehen.
    • Medikamente: Weil es eine Krankheit mit körperlichen Ursachen im Gehirn ist, können sie das Leben mit ADHS/ADS erleichtern.
    • Elterntraining: Auch das Umfeld, also z.B. die Eltern, können unterstützen, indem sie Aufgaben strukturieren und Feedback geben. 

    Auch Lehrerinnen und Lehrer können betroffene Kinder im Schulalltag unterstützen.

    Weißt du das schon über ADHS / ADS?

    • Wechselhafte Aufmerksamkeit: Menschen mit ADHS springen oft schnell zwischen Aufgaben und Gedanken hin und her.
    • Viel reden: Sie sprechen häufig und unterbrechen andere.
    • Vergesslichkeit: Dinge werden leicht vergessen oder verlegt.
    • Unruhe: Sie sind oft in Bewegung oder können nicht stillsitzen oder sich innerlich entspannen.
    • Emotionale Reaktionen: Sie fühlen starke Emotionen, die sich schnell ändern können.
    • Einfallsreichtum: Sie haben oft spontane, kreative Ideen.
    • Vorschnelle Reaktionen: handeln, ohne vorher nachzudenken
    • Unterschätzen von Gefahren

    • Kreativität: Sie sind kreativ, haben tolle Ideen und denken um die Ecke.
    • Interessiert: Wenn sie sich für ein Thema begeistern, können sie darin total aufgehen und andere „mitziehen“.
    • Empathie: Sie können sich gut in andere hineinversetzen.

    • Reizüberflutung: Viele Geräusche, Menschen oder visuelle Reize auf einmal können schnell überwältigend sein.
    • Zeitdruck: Aufgaben unter Zeitdruck zu erledigen, führt häufig zu Anspannung und Überforderung.
    • Unklare Erwartungen: Wenn nicht klar ist, was erwartet wird, fällt es schwer, Prioritäten zu setzen.
    • Langeweile: Eintönige und wenig interessante Aufgaben sind schwer durchzuhalten.
    • Sozialer Druck: Konflikte mit anderen und Missverständnisse können zusätzlichen Stress verursachen.

    • Ein Arzt oder eine Ärztin spricht mit dem betroffenen Kind oder Jugendlichen und auch mit den Eltern über Symptome und den bisherigen Alltag.
    • Dabei helfen spezielle Fragebögen, das Verhalten einzuschätzen.
    • Außerdem helfen Konzentrationstests und andere psychologische Untersuchungen, ein umfassendes Bild zu bekommen.

    • Genetische Faktoren: ADHS wird oft vererbt. Wenn ein Elternteil ADHS hat, ist das Risiko für Kinder höher.
    • Botenstoffe im Gehirn: Bei ADHS funktionieren bestimmte Botenstoffe (wie Dopamin) im Gehirn nicht richtig. Das beeinflusst Aufmerksamkeit und Impulskontrolle.
    • Umweltfaktoren: Stress, frühkindliche Erfahrungen und Umwelteinflüsse können ebenfalls eine Rolle spielen.

    Bei etwa der Hälfte der Betroffenen werden die Symptome im Laufe des Lebens schwächer, besonders die Hyperaktivität. Und man kann lernen, mit den eigenen Schwierigkeiten besser umzugehen und sich gezielt Hilfe suchen.