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Bipolare Störung & Manie

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    Wie ein Film mit wilden Schnitten zwischen Superheldenmodus und Weltuntergangsstimmung: Die bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, bei der sich extreme Stimmungshochs (manische Phasen) mit absoluten Stimmungstiefs (depressive Phasen) abwechseln.

    Lange dachte man, die Erkrankung beträfe nur Erwachsene. Doch das stimmt nicht: Bei manchen Jugendlichen wird die bipolare Störung übersehen, weil Stimmungsschwankungen auch zur Pubertät gehören und weil manische Phasen mitunter anders erscheinen als bei Erwachsenen.

     

    Welche Phasen können bei einer bipolaren Störung auftreten?

    🔹 Manische Phase

    Bei Jugendlichen wirkt eine manische Phase oft anders als bei Erwachsenen. Statt totaler Euphorie sind viele eher extrem aktiv und schnell genervt:

    • Man redet ohne Pause, wechselt ständig die Themen, die Gedanken rasen
    • Man ist leicht reizbar, fängt schnell Streit an
    • Man fühlt sich erst super und kurz darauf plötzlich wütend oder traurig
    • Risiken wirken ungefährlicher, als sie es tatsächlich sind (z. B. Geldausgeben, Drogen, schnelles Fahren)
    🔹 Depressive Phase

    Betroffene fühlen sich nicht nur völlig kaputt, sondern haben das Gefühl, auch für alle anderen nur anstrengend zu sein: 

    • Antriebslos, hoffnungslos, innerlich leer
    • Konzentrationsprobleme
    • Keine Lust, auch nicht auf Dinge, die sonst Spaß machen
    • In schweren Fällen: Suizidgedanken oder -versuche

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    📞 Telefonseelsorge: 0800 111 0111 (kostenlos, anonym, rund um die Uhr)💬 Online-
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    🔹 Hypomanie

    • Leichtere Form der Manie
    • Die Stimmung ist überschwänglicher als sonst, aber der „normale Alltag“ oft noch möglich
    • Sie wird bei Jugendlichen manchmal übersehen oder fehlinterpretiert

    🔹 Gemischte Phasen

    • Symptome von Manie und Depression gleichzeitig
    • Zum Beispiel: hohes Energielevel und trotzdem tiefe Verzweiflung
    • Bei vielen Jugendlichen wechseln sich die Phasen außerdem häufiger ab als bei Erwachsenen
     

    Habe ich oder jemand, den ich kenne, eine bipolare Störung?

    Das ist bei Jugendlichen teils sehr schwer zu erkennen, weil Stimmungsschwankungen in dieser Entwicklungsphase bis zu einem gewissen Grad normal sind. 
     

    🧠 Mögliche Anzeichen für eine manische Phase:

    • Sehr viel Energie oder auch Unruhe, wenig Schlafbedürfnis
    • Reizbarkeit, schnell genervt sein, Streit mit Freunden / Familie anfangen
    • Die Gedanken rasen im Kopf, man will reden und am liebsten ständig unterwegs sein
    • Selbstüberschätzung, riskantes Verhalten

    Einen guten Hinweis gibt die Dauer dieser Symptome: Wenn mindestens drei von ihnen eine Woche oder länger vorliegen, ist eine manische Phase wahrscheinlich.

     

    💔Mögliche Anzeichen für eine depressive Phase:

    • Man fühlt sich antriebslos, sehr müde und ausgelaugt
    • Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit
    • Nichts macht mehr Freude, Rückzug
    • Gedanken daran, nicht mehr leben zu wollen

    📌 Wichtig zu wissen:
    • Die Stimmungsschwankungen sind stärker als normale Launen und dauern oft Wochen
    • Manche Symptome, die Menschen mit ADHS haben, ähneln denen bei bipolarer Störung: etwa innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, schwankende Stimmung

    Bild
    Bipolare Störung
    © pexels

    Wie wird eine bipolare Störung diagnostiziert?

    Ein Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin hilft, Klarheit zu bekommen. Dabei geht es unter anderem darum:

    • Welche Stimmungsschwankungen auftreten
    • Wie stark sie das Leben beeinträchtigen
    • Seit wann sie auftreten
    • Ob es in der Familie bereits psychische Erkrankungen gibt (denn die bipolare Störung tritt häufiger in Familien auf, in denen es schon Betroffene gibt)

    Körperliche Untersuchungen wie Bluttests helfen, andere Ursachen auszuschließen. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, weil eine unbehandelte bipolare Störung das Leben stark belasten kann. Auch Suizidversuche sind nicht selten.
     

    👉 Weitere Informationen zur bipolaren Störung findest du bei Instagram @Curamenta

    Wie wird eine bipolare Störung behandelt?

    Zwischen den manischen und depressiven Phasen fühlen sich viele betroffene Menschen völlig normal und können ihren Alltag in Schule, Ausbildung oder Beruf gut bewältigen. Damit das möglichst lange so bleibt, helfen Therapie, Medikamente und Psychoedukation – das nennt man Phasenprophylaxe.

    🧡 Psychotherapie:

    • Betroffene lernen, Frühwarnzeichen zu erkennen und mit Stimmungsschwankungen umzugehen
    • Auch Familiengespräche können helfen

    💊 Medikamente:

    • Neuroleptika (vor allem bei manischen Episoden)
    • Antidepressiva (nur in Kombination mit anderen Medikamenten)
    • Medikamente, die die Stimmung stabilisieren

    🌿 Was betroffene Menschen selbst tun können:

    • Einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus einhalten
    • Frühwarnzeichen kennen und ernst nehmen
    • Auf Alkohol und Drogen verzichten
    • Hilfsangebote annehmen (z. B. Selbsthilfegruppen)

    Podcast-Tipp

     „Besser so – Bipolare Störung: Wie gleicht man extreme Emotionen aus?“

    🎧 Im ARD-Podcast erzählt der Betroffene Erik dem Psychologen Leon Windscheid von Drogenkonsum schon mit 12 Jahren und wie er die extremen Gefühlsschwankungen der Erkrankung ausgleichen konnte. 

    👉 Hier kannst du die Podcast-Folge zur Bipolaren Störung hören

    Weißt du das schon über bipolare Störungen?

    Manie ist eine Phase der bipolaren Störung, in der die Stimmung extrem erhöht ist. In seltenen Fällen tritt die Manie einzeln auf, das nennt man dann unipolar.

    Häufig beginnt sie mit einer depressiven Phase. Die manischen Symptome zeigen sich manchmal erst später. Deshalb wird die Erkrankung oft erst nach Jahren richtig erkannt.

    Ja. Die ersten Symptome treten oft in der Jugend auf. Studien zeigen, dass auch Jugendliche manische und depressive Phasen erleben können, und dass sie öfter wechseln als bei Erwachsenen.

    Sie wirken überdreht, selbstsicher, schlafen kaum, reden viel, sind unruhig, sehr aktiv oder gehen hohe Risiken ein. Manche Menschen werden auch gereizt oder aggressiv.