Pubertät
Wann beginnt die Pubertät – und wie lange dauert sie?
In der Pubertät verändert sich ziemlich viel auf einmal: der eigene Körper, die Gedanken, das Verhältnis zu Freundinnen, Freunden und Familie. Willkommen in einer Lebensphase, in der sich vieles neu sortiert und du einige neue Erfahrungen sammelst.
Die Pubertät startet nicht bei allen gleichzeitig. Bei Mädchen geht’s meist zwischen 9 und 13 Jahren los, bei Jungen etwas später, etwa zwischen 11 und 15 Jahren. Wie lange die Pubertät dauert, ist unterschiedlich – meistens ist sie mit 16 bis 18 Jahren abgeschlossen.
Was passiert in der Pubertät im Körper?
In der Pubertät laufen im Körper viele Veränderungen ab – gesteuert durch Hormone, die im Gehirn und in den Keimdrüsen gebildet werden. Das sorgt für sichtbare und unsichtbare Veränderungen:
♀️ Typische körperliche Veränderungen bei Mädchen:
- Wachstumsschub (erst Hände und Füße, dann der Rest)
- Entwicklung der Brust, breitere Hüften
- Erste Regelblutung (meist zwischen 11 und 14)
- Mehr Schweiß, Haut verändert sich, manchmal Pickel
♂️ Typische körperliche Veränderungen bei Jungen:
- Wachstumsschub (meist etwas später als bei Mädchen)
- Stimmbruch, Bartwuchs, mehr Körperbehaarung
- Penis und Hoden wachsen, erste Samenergüsse
- Mehr Schweiß, Haut verändert sich, manchmal Pickel
💡 Die Pubertät beginnt im Gehirn:
Hormone wie Östrogene und Testosteron werden ausgeschüttet und sorgen für die körperlichen Veränderungen. Auch das Gehirn wird „umgebaut“ – das beeinflusst, wie du in der Pubertät fühlst, denkst und Entscheidungen triffst.
Was passiert in der Pubertät psychisch?
Nicht nur der Körper, auch die Psyche ist in der Pubertät in Bewegung. Das sorgt für:
🎢 Stimmungsschwankungen („himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt“)
🤯 Mehr Nachdenken über sich selbst und die eigene Rolle
😳 Unsicherheiten, Vergleiche mit anderen, Selbstzweifel
👀 Teils sehr starke Gefühle wie innige Verliebtheit oder große Verzweiflung
🗯️ Abgrenzung von den Eltern, öfter Streit mit der Familie
Viele erleben in der Pubertät oft Gefühlschaos. Das ist anstrengend, aber normal in dieser Zeit.
Typische Herausforderungen in der Pubertät
💔 Neue Freundschaften, erste Liebe, Liebeskummer
🧍♀️🧍♂️ Fragen zu Identität und Sexualität
🏫 Mehr Stress in der Schule, Leistungsdruck
🚬 Versuchungen: Rauchen, Alkohol, Umgang mit Gruppenzwang
🧠 Gedanken über die eigene Zukunft
📱 Social Media und Vergleiche, die das Selbstbild beeinflussen
Wie kommst du gut durch die Pubertät?
Die Pubertät ist mental oft sehr anstrengend. Es gibt ein paar Ansätze, wie du sie besser durchleben kannst:
- Geduld mit dir selbst haben: Veränderungen brauchen Zeit
- Gleichgesinnte finden, bei denen du so sein kannst, wie du bist
- Ausgleich suchen: Sport, Musik, Kunst – was immer dich erfüllt
- Eigene Grenzen kennen und „Nein“ sagen üben
- Hilfe holen, wenn es dir psychisch schlecht geht (z. B. bei Beratungsstellen oder der Nummer gegen Kummer: 116 111)
Was ist in der Pubertät normal und wann brauchst du Hilfe?
In der Pubertät fühlt man sich häufig traurig, wütend oder überfordert. Das ist in dieser Zeit normal. Unterstützung solltest du dir suchen, wenn du zum Beispiel:
- mehrere Wochen nicht mehr aus einem Tief rauskommst
- nur noch für dich sein willst
- keine Freude mehr an Dingen hast, die dir früher Spaß gemacht haben
- über Selbstverletzung oder Suizid nachdenkst
- ein ewig kreisendes Gedankenkarussell rund um Essen oder deinen Körper hast
- ein sehr belastendes Ereignis erlebst, das dich nicht loslässt
Auch wenn es sich anders anfühlt: Es gibt Hilfe und Wege aus solchen Krisen. Unsere Artikel bieten dir für viele Themen Rat und Hilfe. Zum Beispiel: Trauma, Depression, Selbstverletzung, Suizidalität, Ängste, Essstörungen
Pubertät – mehr als Stress und Unsicherheit
So anstrengend und chaotisch diese Zeit manchmal wirkt: Die Pubertät ist nicht nur eine Phase voller Herausforderungen. Sie ist auch eine Zeit, in der du herausfindest, was dir wichtig ist, wie du sein willst und wie du dein Leben gestalten möchtest. Eine Phase, in der du noch mehr du selbst wirst.